Eine große Idee in Rüdesheim:
Campus Freistil

Campus Freistil ist eine vollkommen neue Wohnform, die es hier in Hessen - vielleicht sogar in Deutschland noch nicht gibt.  Menschen mit ähnlichen Bedürfnissen wohnen barrierefrei und gemeinschaftlich in einem Quartier. Für Menschen mit Behinderung und Senioren bedeutet dies gesellschaftliche Teilhabe statt Einsamkeit. Ergänzt wird das kleine Quartier durch 3 Studentenwohngemeinschaften für insgesamt 15 Studierende. Wer hier einzieht, steht hinter dem inklusiven Ansatz. Gegen geringes Entgelt können Studenten durch Teilhabeassistenzen oder andere Hilfen (Begleitung zum Sport, Einkaufen gehen...) ein paar Euro dazu verdienen. Es ist Inklusion pur. Ein soziales Zusammenleben entsteht, von dem alle Beteiligten nur profitieren können.

 

Der Standort für das Projekt ist gut durchdacht. Sportanlagen befinden sich in der Nähe. Einkaufsmöglichkeiten sind fußläufig zu erreichen. Spaziergänge sind barrierefrei in Richtung Geisenheim möglich, ohne eine Verkehrsstraße überwinden zu müssen. Dies fördert die Selbstständigkeit; eine Bushaltestelle vor der Haustüre garantiert Mobilität.

 

Generationenübergreifend leben Menschen zusammen. Somit entsteht kein abgesondertes Wohnviertel, in dem nur Senioren oder nur Menschen mit Handicap oder Studenten leben, im Campus Freistil entsteht etwas vollkommen Neues und Besonderes.

 

Betrachtet man das Ganze von der städtebaulichen Seite, so passen sich die Wohnhäuser mit ihrer energetischen Konzeption, ihrer modernen Architektur und mit der geplanten Begrünung gut in die Umgebung ein. Natürlich kann man das derzeit nur erahnen, schließlich sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen.

 

Geplant war eine Kooperation mit der St. Vincenzstift gGmbH. Diese Zusammenarbeit kam nicht zustande. Der soziale Gedanke des Projektes bleibt unverändert bestehen und mit der Scivias Caritas gGmbH wurde ein neuer Partner gefunden. In der unteren – der sogenannten Gartenebene - werden Menschen mit Behinderung und teilweise hohem Pflegegrad Wohnraum mieten, finanziert über Leistungen der Grundsicherung.

 

So bewohnt eine intensiv ambulant betreute Wohngemeinschaft mit 5 Menschen mit schwerer Behinderung eines der Häuser. Ihren Hilfebedarf organisieren die Bewohner mithilfe ihrer gesetzlichen Betreuer selbst über ambulante Pflegedienste, Eingliederungshilfen und haushaltsnahe Dienste. In einem anderen Haus wohnen weitere 5 Menschen mit geistiger Behinderung, aber ohne Pflegebedarf. Die Scivias Caritas gGmbH wird hier Leistungen der Eingliederungshilfe erbringen. In weiteren Häusern wird die Scivias Caritas gGmbH eine stationäre Einrichtung auf 470m² für Menschen mit Behinderung betreiben.

 

In einem der großen Gemeinschaftsräume wird die Scivias Caritas gGmbH tagsüber zudem eine strukturierte Tagesbeschäftigung für 12 Senioren mit geistiger Behinderung anbieten, die aus dem ganzen Rheingau kommen und im Campus Freistil zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr bereut und beschäftigt werden.

 

Die drei Wohnungen der jeweils 5 Studenten befinden sich in den Häusern ohne Aufzug.

Barrierefreies und rollstuhlgerechtes Bauen ist teuer. Die Finanzierung dieses Projektes wird - so war es von Anfang an geplant - zu einem großen Teil durch den Verkauf der barrierefreien Seniorenwohnungen mitgetragen.

 

Im Haus A direkt an der Ecke Taunusstraße/Hugo Asbach Straße entsteht für jeden barrierefrei zugänglich ein inklusiver Treffpunkt, der vom Verein Rüd Aktiv e.V. betrieben werden wird.

Ehrenamtliche Mitglieder des Vereins haben sich auf die Fahne geschrieben, etwas für und mit Rüdesheimer Bürgern und explizit für die Randgruppen unserer Gesellschaft zu tun. Förderanträge wurden gestellt, um den inklusiven Treffpunkt mit Leben und inklusiven Angeboten für alle Rüdesheimer Bürger zu füllen.

 

Für uns, für Gemeinsam für Rüdesheim, ist dieses Projekt Inklusion pur.

 

Wir stehen voll und ganz zu unserer Entscheidung, das Grundstück an die Campus Freistil GmbH & Co. Immobilien KG verkauft zu haben.

 

Das Projekt Campus Freistil enthält zahlreiche Möglichkeiten und Vorteile das soziale Leben in Bezug auf gelebt Inklusion zu stärken.

Für uns stand und steht der soziale Gedanke im Vordergrund.  Ziel war und ist es, das soziale Miteinander generationenübergreifend zu stärken.

 

Rüdesheim ist durch dieses Projekt ein Vorbild für viele andere Gemeinden.

Das soziale Engagement, das auch die Stadt durch den Verkauf an den Tag legte, war und ist ein positives Zeichen und ist mit Geld aus unserer Sicht nicht aufzuwiegen.